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Eighth Street, Industrial Area Kampala. The capital’s smog seems to be in the background – only because you’re in the middle of it you don’t notice it too much. Spotlights and speakers are set up, people are passing by, they gather around the site, wondering what’s happening. As it is getting dark, Weazher Mayanja is cracking 150 eggs into empty water bottles, adding powder colour. He is one of the three artists involved in Art in Public Space: Capturing Movements.

 

The first video sequence, in a loop, is projected on the wall that everyone is staring at now. It shows a woman hallucinating in a post-apocalyptic setting: She is running towards the last living tree on earth. But as soon as she gets there she realises it’s dead as everything else. It’s an excerpt from the Kenyan short film Pumzi. To be fair, this is science-fiction but: In 2025 Uganda will have access to less than half of the amount of fresh water that the country had in 1990. Literally all other African states will struggle as well, and some of them a lot worse. East Africa is one of the regions in the world that are most vulnerable to climate change.

 

Like the audience, Roland Tibirusya sees the sequence for the first time. Within twenty minutes he paints on the wall underneath the projection, he tries to capture the moving images in a still one. Another artist, another sequence. Eric Rwakoma is the next one, inspired by pictures taken by Arthur Kisitu, an artist located in Kampala. They show children burning plastic on a dump site in Katanga, a slum north of Nakasero, Kampala. But the audience cannot only watch him reacting to what he is seeing above him but also to what fellow artist Roland had painted just minutes ago, they are working on the same spot. Finally, Weazher Mayanja completes the collage with brush strokes inspired by Bill Macdonald’s sad yet beautiful underwater pictures of plastic items drifting on the surface of the Pacific Ocean.

What they created might be called a collage of the attempt to fix a moving image, suggesting that movements can be stopped. Yet these are natural colours exposed to nature and pollution. For the next four weeks the wall will be photographed every day to capture the process that has only just started.

This project was organised by Goethe-Zentrum Kampala/ Ugandan German Cultural Society and supported by National Housing Ltd., KfW Development Bank, and Orange Uganda.

By Dennis Große-Plankermann

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Eighth Street, Industrial Area Kampala. Nur im Hintergrund ist der Smog der Hauptstadt zu erkennen – denn hier, mittendrin, nimmt man ihn kaum wahr. Scheinwerfer und Lautsprecher werden in Position gebracht, Menschen bleiben stehen und sammeln sich um den Schauplatz, wundern sich, was da los ist. Während die Sonne untergeht, schlägt WeazherMayanja 150 Eier in leere Plastikflaschen, um sie anschließend mit Farbpulver anzumischen. Er ist einer der drei Künstler unseres Projekts Art in Public Space: Capturing Movements.

 

Die erste Videosequenz wird in Endlosschleife an eine Wand projiziert, auf die jetzt alle Augen gerichtet sind. Sie zeigt eine halluzinierende Frau in einer post-apokalyptischen Welt: Sie läuft, selbst am Ende ihrer Kräfte, auf den letzten noch lebenden Baum der Erde zu. Doch als sie ihn erreicht, stellt sie fest, dass der Baum so tot ist wie alles andere um sie herum. Es ist ein Ausschnitt aus dem kenianischen Kurzfilm Pumzi. Es handelt sich hier zwar um Science-Fiction, doch im Jahre 2025 wird sich in Uganda der jährliche Trinkwasservorrat auf die Hälfte der Menge von 1990 reduziert haben. Tatsächlich werden alle afrikanischen Staaten mit Wassermangel zu kämpfen haben, einige in noch drastischerem Maße als hier. Ostafrika gehört zu den von den Folgen des Klimawandels am stärksten betroffenen Regionen der Welt.

 

Roland Tibirusya sieht, ebenso wie die Zuschauer, die Filmsequenz zum ersten Mal. Innerhalb von zwanzig Minuten malt er auf die Hauswand unterhalb der Projektion, er versucht, die bewegten Bilder in einigen Pinselstrichen festzuhalten. Ein anderer Künstler, eine andere Sequenz. Eric Rwakoma ist der nächste, inspiriert von Bildern, die Arthur Kisitu zusammengestellt hat, ein Künstler aus Kampala. Die Bilder aus einem Slum im Norden der Stadt zeigen Kinder, die Plastik verbrennen. Doch die Zuschauer werden nicht nur Zeuge davon, wie Eric auf die Bilder über sich reagiert sondern auch in welcher Weise er an die Arbeit seines Vorgängers Roland anknüpft:Sie arbeiten auf derselben Fläche. Findet, und wenn ja, wie findet hier ein künstlerischer Austausch statt? Anschließend vervollständigt WeazherMayanja die Kollage, seine Pinselstriche sind von Bill Macdonalds traurigen aber schönen Unterwasseraufnahmen von Plastikmüll auf der Oberfläche des Pazifischen Ozeans inspiriert.

Das künstlerische Ergebnis dieses einstündigen Experiments kann als Kollage beschrieben werden, die versucht, bewegte Bilder festzuhalten: Eine Anspielung darauf, dass Bewegungen angehalten werden können. Der Klimawandel? Das Leben auf der Erde? Dennoch ist es entstanden aus natürlichen Farben, die der Natur und der täglichen Verschmutzung ausgesetzt sind. In den kommenden vier Wochen soll die Wand regelmäßig fotografiert werden, um einen Prozess zu dokumentieren, der gerade erst begonnen hat.

Das Projekt wurde organisiert vom Goethe-Zentum Kampala/ Ugandan German Cultural Society, mit der Unterstützung von KfW Entwicklungsbank, Orange Uganda und National Housing Ltd.

Von Dennis Große-Plankermann

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